Zeiten ändern sich – Keine Zeit mehr für die Armbanduhr…

Illustration zum Thema analoger Zeitanzeige in digitalen Zeiten

Mit den neuen Technologien verändern sich viele Dinge. Uhren sind dafür ein wirklich gutes Beispiel. Haben Sie in letzter Zeit mal Armbanduhren gesehen? Die Frage ist ernstgemeint, schauen Sie sich um.

Die Zeit wird heute beinahe überall angegeben: zumindest auf Smartphones, Fernsehern oder anderen digitalen Geräten. So gibt es keinen Grund mehr, eine Uhr am Arm zu tragen, oder?

Manche behaupten sogar, dass die Armbanduhr zum Aussterben verurteilt ist. Nun,  soweit ist es noch nicht gekommen. Aber der Trend scheint, auf den ersten Blick, klar zu sein. Eine Umfrage in Deutschland berichtet, dass derzeit etwa 60 Prozent der deutschen Staatsbürger eine Armbanduhr tragen. Das ist gar nicht so schlecht, oder? Aber wenn man in die Details schaut, tragen meistens die Leute über 45 eine solche Uhr. Jüngere Menschen neigen dazu, ihre Handgelenke von Armbanduhren frei zu lassen, nun ja, beinahe. Gleichzeitig tragen die jüngeren Menschen immer mehr Smartwatches. Ist ja dann so gut wie dasselbe, oder?

Nicht ganz, würde ich sagen: Eine Armbanduhr ist mehr als nur eine Uhr. Sie ist auch ein Schmuckstück. Und wirklich, der Verkauf von hochwertigen Armbanduhren steigt in letzter Zeit. Das ist die eine Seite. Andererseits bietet eine intelligente Uhr aber viel mehr Möglichkeiten als nur die Zeit anzuzeigen.

Aber ist eine Smartwatch einer normalen Armbanduhr überhaupt ebenbürtig? Für mich lautet die Antwort: Nein. Wenn man etwas am Handgelenk trägt, hat man die Freiheit, beide Hände für andere Dinge zu nutzen. Eine Schnittstelle zum Smartphone am Handgelenk zu verwenden, entspricht also nur der gleichen Logik, als dass die Leute aufgehört haben Taschenuhren zu benutzen und sie durch Armbanduhren ersetzt haben. Damit ist dir Smartwatch für mich nicht der Uhr gleich gestellt, sondern tatsächlich eher dem Smartphone, also den mobilen Geräten, zuzuordnen.

Schauen wir uns zudem die soziale Realität an. Zwei Dinge kommen mir in den Sinn. Erstens ist es nicht nur ein kulturelles Artefakt eine klassische Armbanduhr zu tragen. Es hilft ebenso in sozialen Situationen diskret zu bleiben. Stellen wir uns vor, wir seien auf einem langweiligen Date. Natürlich könnte man jetzt damit beginnen die Handtasche zu durchwühlen und nach dem Smartphone zu suchen, um nach der Uhrzeit zu schauen. Das ist ziemlich unhöflich. Es ist so viel einfacher einen Blick auf die Armbanduhr zu werfen. Gleiches gilt für sehr lange Meetings oder ermüdende Familientreffen. Und ja, ich weiß, dass das Gleiche mit einer intelligenten Uhr am Arm gemacht werden kann. Unentschieden an dieser Stelle.

Zweitens scheint die Fähigkeit, ein klassisches und nicht-digitales Zifferblatt zu decodieren, in der neuen Generation verloren zu gehen. In den letzten Monaten habe ich ein paar Teenager zwischen elf und fünfzehn Jahren kennen gelernt, die keine analoge Uhr mehr lesen konnten. Einige von ihnen schämen sich wirklich dafür. Dabei haben es alle in der Grundschule gelernt. Und anschließend vergessen. Es wurde einfach nicht mehr benötigt. Diese Kids sind heute auf ihre Computer-Displays oder das Smartphone angewiesen.

Im öffentlichen Raum in Deutschland findet man überall Uhren, beispielsweise auf Kirchtürmen oder auf bzw. in öffentlichen Gebäuden. Aber wenn man nicht weiß, wie man ein Ziffernblatt liest, wird das nicht weiterhelfen. Die Anhängigkeit besteht zur Digitalanzeige. Hier liegt die analoge Uhr vorne, denn die findet man auch abseits des Handgelenks.

Zu guter Letzt noch dieser Gedanke: Es scheint auch, dass die Angewohnheit, eine Armbanduhr oder eine Smartwatch zu tragen, eine kulturelle Sache ist. Vor ein paar Tagen habe ich mit einigen Dänen über mein Interesse an diesem Thema und meinen Post gesprochen. Es ist interessant, dass sie mir erzählt haben, wie es in diesen Tagen in Dänemark ist. Sie berichteten, dass ihre Freunde und Familie sich anders verhalten: Jüngere Menschen zeigen ein ausgeprägtes Interesse an klassischen Armbanduhren, während es die Generation mittleren Alters und der älteren Generation ist, die jetzt Smartwatches tragen. Interessant, nicht wahr?

Grund genug sich weiter umzusehen und ein paar Gedanken darüber zu machen…

Letzte Aktualisierung