Rechtliche Fallstricke | Fotos für Blog und Web (6/6)

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[Teil 6 der Serie “Fotos für Blog und Web”]

Die Rechte an Bildern und deren Nutzung ist ein eigenes und durchaus kompliziertes Kapitel. Grundsätzlich sollte man zwei Bereiche genau betrachten: 1. wer und was wird abgebildet und 2. wer besitzt die Urheberrechte, Nutzungsrechte und Verwertungsrechte bzw. welche Bedingungen sind daran geknüpft.

Abgebildete Objekte und Menschen

Fotografiert man Personen der Öffentlichkeit in ihrer öffentlichen Funktion so ist das grundsätzlich kein Problem. Ebenso sind Privatpersonen bei öffentlichen Veranstaltungen, wenn diese Teil der Szene oder der Masse sind, erlaubte Fotomotive solange sie nicht zentrales und/oder einziges Element des Bildes sind. Wer also die Besucher bei einem Fußballspiel fotografiert, der darf das normalerweise auch.

Bei privaten Veranstaltungen in der eigenen Firma und insbesondere wenn die fotografische Dokumentation Teil der Veranstaltung ist besteht in jedem Fall ein Widerspruchsrecht bei den abzubildenden Personen. Zudem sollte man darauf Rücksicht nehmen niemanden bloßzustellen. Möchte man entsprechende Fotografien dann veröffentlichen, so ist es ratsam sich die entsprechende Erlaubnis schriftlich geben zu lassen. Bei Kindern und Jugendlichen sollte besonders vorsichtig agiert werden und die Erlaubnis der Eltern in jedem Fall schriftlich und im Vorfeld eingeholt werden.

Ebenso kann es bei der Abbildung von Objekten mit entsprechenden Rechten (z.B. durch das Design) Probleme geben. Insbesondere dann, wenn Bilder nicht nur irgendwo klein auf einer Webseite auftauchen, sondern zentral für kommerzielle Zwecke eingesetzt werden. So kann es sein, dass ein bestimmter Tisch beispielsweise ein geschütztes Design aufweist und nicht ohne weiteres abgebildet werden darf und auch rechtliche geschützte Marken sollte man möglichst vermeiden oder sich das OK dafür einholen. Geschichten über entsprechende Abmahnungen kenne ich hier jedoch nur aus dem Agenturbereich der Werbebranche.

Nutzungs- und Verwertungsrechte und Lizenzen

Fotografiert man selbst liegen sämtliche Rechte am Bild erst einmal bei einem selbst. Tritt man die Nutzungs- bzw. Verwertungsrechte ab, so verbleibt die Urheberschaft auch weiterhin beim Fotografen. Der Inhaber der Nutzungs- bzw. Verwertungsrechte darf dann aber je nach Umfang der Abtretung mit den Bildern machen, was er möchte. Beauftragen Sie einen Fotografen, so ist der Übertrag dieser Rechte bereits Teil der geschäftlichen Beziehung und der Fotograf wird für seine Auftragsarbeit vergütet. Beauftragen Sie einen Mitarbeiter für Sie Fotografien zu erstellen dann achten Sie darauf, dass auch hier eindeutige Regelungen, idealerweise in Schriftform, betreffs der Nutzungsrechte bestehen. Verlässt der Mitarbeiter das Unternehmen und es gibt keine eindeutigen Regelungen, dann kann er als Urheber die weitere Nutzung untersagen, auch wenn er die Aufnahmen mit Anweisung und in seiner Arbeitszeit erstellt hat.

Möchte man nun nicht selbst fotografieren oder einen Fotografen beauftragen sondern lieber bereits bestehende Bilder nutzen, dann gibt es eine Reihe von Bildagenturen mit einem großen Angebot an Motiven. Dass Bilder aus dem Internet nicht einfach mal so genutzt werden dürfen, sollte ja hinlänglich bekannt sein.

Hier lohnt es sich allerdings ganz genau hinzuschauen. Das Urheberrecht ist an sich unveräußerlich, jedoch kann man Nutzungs- und Verwertungsrechte abtreten. In der Regel gehört dazu eine Kennzeichnungspflicht des Urhebers. Dieser wird in der Onlinewelt hauptsächlich auf den folgenden drei Arten entsprochen: Der Urheber wird im Impressum bzw. bei den Bildverweisen erwähnt, der Urheber wird direkt in der Bildbeschreibung genannt (beim HTML 5 Standard im figure-tag bzw. in der figcaption) oder der Urheber ist direkt im Bild zu kennzeichnen. Welche Kennzeichnungspflicht gilt muss man in den jeweiligen Geschäftsbedingungen nachlesen.

Bei Bildern unter der CC-Lizenz (Creative Commons) muss ebenfalls genau geschaut werden, welche Nutzungsrechte tatsächlich frei verfügbar sind. Es ist ein Missverständnis zu glauben, dass es sich bei dieser Bezeichnung um eine einzelne und vollkommen freie Verwertungslizenz handelt. Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von Abstufungen, die bei den unter der CC-Lizenz verfügbaren Inhalten zu beachten sind.

Kleiner Tipp am Rande

Ein abschließender Tipp noch zu den Bildagenturen. In der Regel und mehrheitlich geht es dort korrekt zu. Gelegentlich treiben jedoch auch ‚schwarze Schafe‘ ihr Unwesen. Dazu sollte man sich vor Augen führen, das Bildagenturen in der Regel nicht selbst die Bilder erstellen, sondern hauptsächlich den Kontakt zwischen den Fotografen und Rechteinhaber sowie dem potentiellen Käufer der Nutzungsrechte herstellt. Im Grunde fast wie bei Ebay oder Amazon. Gelegentlich kommt es nun vor, dass einzelne Anbieter eine abweichende Kennzeichnungspflicht verlangen. Die Wünsche und Vereinbarungen mit dem Rechteinhaber sind dabei die rechtlich bindenden. Wer nicht aufpasst und sich an die Richtlinien der Bildagentur orientiert kann bei den ‚schwarzen Schafen‘ schnell eine Abmahnung kassieren. Diese verlangen die abweichende Kennzeichnung mit voller Absicht und gehen regelmäßig auf Pirsch nach Nutzern ihrer Bildmotive die sich vertan haben.

PS: Selbstverständlich kann dieser Artikel dieses komplexe Thema nur anschneiden. Mehr Informationen finden sie anhand der jeweiligen Stichworte über die Suchmaschinen-Suche. Bei Problemen und für rechtlich verbindliche Informationen sprechen Sie am besten mit einem versierten Anwalt oder Rechtsexperten.

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