Bildauswahl | Fotos für Blog und Web (3/6)

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[Teil 3 der Serie “Fotos für Blog und Web”]

Bei der Bildauswahl zählt nicht nur die Passgenauigkeit zur Zielgruppe. Ebenso sollte man sich über die Funktion des Bildes und den jeweiligen Bezug zum Text oder sonstigen Inhalt bewusst sein. Diese Funktion teile ich folgendermaßen ein: Ein Bild kann dokumentieren, illustrieren oder informieren. Natürlich gibt es hier Mischformen, jedoch ist ein Schwerpunkt in der Regel immer gegeben.

Dokumentation

Der neue Firmenanbau oder die letzte Betriebsfeier, in solchen Fällen berichte ich über Neuigkeiten oder Events und es liegt auf der Hand hier auch Fotos zu verwenden, welche genau diese Dinge dokumentieren. Dokumentierende Bilder sind eng mit dem Beitragsinhalt verbunden und belegen die Ereignisse. Manchmal beweisen sie Dinge auch. Das Thema Bildfälschungen betrifft einen Blogger oder eine Firmenwebseite meist nicht. Auf die Eindeutigkeit des Abgebildeten sollte man jedoch achten. Auch falsch platzierte Bilder wie die Partyfotos vom vorletzten Jahr sollten nicht auftauchen. Nicht ganz vergessen sollte man auch die Bildrechte der abgebildeten Personen. Dazu erfahren Sie mehr in Teil 6 der Serie.

Illustration

Bei der Illustration spielt das ‚Wann‘ des Bildes kaum eine Rolle. Oft werden hier Stillleben und arrangierte Bilder verwendet. Hauptaufgabe ist es Aufmerksamkeit zu erregen, das grobe Thema des Beitrages aufzugreifen oder eine emotional gewünschte Stimmung zu erzeugen. Das Bild lockert zudem den Text auf und dient der Lesefreundlichkeit oder der optischen Sortierung unterschiedlicher Beiträge auf der Webseite. Führen Sie einen Food-Blog dann werden auf der Rezeptseite zwar die fertigen Gerichte gezeigt, jedoch soll der Leser nicht urteilen wie gut sie gekocht haben sondern selbst Appetit bekommen. Oder blicken Sie in die Werbung oder die Zeitschrift Ihrer Krankenkasse: viele Artikel werden hier mit entspannten und glücklichen Menschen bebildert. Selbst dann, wenn der Inhalt des Beitrags eine neue Behandlungsmethode für eine ernste Erkrankung ist. Das Bild zeigt nicht die Krankheit selbst, sondern was man sich von der vorgeschlagenen Behandlungsmethode erhofft: das zufriedene und wieder gesunde Leben.

Information

In Ordnung, die Mehrheit der informierenden Bildinhalte auf einer Webseite sind keine Fotografien, sondern in der Regel Diagramme, Grafiken oder Tabellen. Nur wenige Beispiele fallen mir ein, wo es tatsächlich um Fotos geht die selbst Informationen liefern. So kann man sich vorstellen, dass zu einem Fachtext im Bereich Chemie die jeweiligen und unterschiedlich gefärbten Reagenzien abgebildet werden. Dafür muss bei der Bilderstellung unbedingt auf gute Ausleuchtung und die Farbechtheit der Abbildung geachtet werden. Neben solchen Lehrtexten gibt es vermutlich nur wenige weitere Einsatzmöglichkeiten, die nicht bereits in den Bereich Dokumentation fallen. Der Vollständigkeit halber wollte ich diesen Bereich aber nicht unterschlagen.

Emotionalisierung und Interpretation

Wie Sie gemerkt haben sind Bilder nicht allein sachlich und dokumentarisch zu betrachten. Sie tragen auch eine psychologische Bildwirkung und verweisen auf einen Kontext, ein übergeordnetes Thema oder eine gesellschaftliche Debatte. Solche Dinge sollte man berücksichtigen, wenn man Bilder einsetzt. Zugegebenermaßen ist die Gefahr hier wirklich nicht riesig sich in die Nesseln zu setzen. Mit gesunden Menschenverstand kommt man meist gut zurecht. Lediglich dort, wo sie z.B. durch Bannerwerbung Fremdeinblendungen haben könnten auch manchmal irritierende oder peinliche Konstellationen entstehen. Hier ist es gut regelmäßig selbst einen Blick auf die eigene Seite zu werfen.

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